Schwerstpflege ist unsere Berufung: Gut Retzen
Schwerstpflege ist unsere Berufung: Gut Retzen

Schwerstpflege auf Gut Retzen

Bereits seit 1993 pflegen und therapieren wir auf Gut Retzen Menschen mit schweren und schwersten Schädel-Hirn-Verletzungen, Wachkomazuständen und vielen weiteren schweren Krankheitsbildern wie bspw. Multipler Sklerose im fortgeschrittenen Stadium etc. Im Folgenden möchten wir ein wenig Hintergrundwissen zum Bereich der Schwerst-Schädel-Hirn-Verletzten Menschen im Wachkoma geben:

Allein durch Verkehrsunfälle und Schädel-Hirn-Traumen fallen hierzulande pro Jahr etwa 40.000 Menschen in ein Koma, das länger als eine Woche anhält. Bei 50 Prozent dauert das Koma drei bis vier Wochen. Fünf- bis sechstausend Patienten verbleiben jährlich sechs Monate oder länger in dieser Lebensform. Diese Menschen können bis an ihr Lebensende im Wachkoma verharren - bei jungen Menschen können dies mehrere Jahrzehnte sein. Wenn man noch die anderen Ursachen, wie Reanimations- und Schockzustände, Ertrinkungstraumen, Sauerstoffmangel, schwere Durchblutungsstörungen und Entzündungen des Gehirns hinzuzählt, dürften in Deutschland etwa 200 bis 300 Menschen pro Tag ein Koma erleiden. Genaue Zahlen darüber gibt es nicht. Wenn man die Angaben einer Befragung in norddeutschen Pflegeheimen hochrechnet, die 1994 von der Universität Bremen durchgeführt wurde, kommt man zu dem Ergebnis, dass bundesweit zwischen zehn- und zwölftausend Menschen im Wachkoma leben. Der Bundesverband Schädel-Hirnpatienten e. V. in Amberg rechnet mit ca. 8.000 Menschen im Wachkoma, wovon 70 Prozent in häuslich-familiärer Umgebung gepflegt und betreut werden. Die restlichen 30 Prozent leben in Pflegeheimen, wovon nur zehn Prozent in speziellen Schwerstpflegeheimen und Wachkoma-Stationen untergebracht sind.

Schwerstpflege verlangt nach spezieller Qualifikation


Besonders dieser Umstand ist jedoch zu beklagen, da "normale", auf die klassische Seniorenpflege spezialisierte Pflegeeinrichtungen in der Regel nicht ohne weiteres in der Lage sind, Menschen mit solch komplexen Krankheitsbildern adäquat zu versorgen. Zum einen fehlt es häufig an geeigneter Ausstattung, schwerer wiegt jedoch in der Regel die fehlende Qualifikation und Erfahrung in diesem Bereich. Immerhin werden neben hohen Anforderungen an die quantitative Personalausstattung vor allem höchste qualitative Ansprüche an alle an der Versorgung beteiligten Personen gestellt. Und da theoretische Wissensvermittlung hinsichtlich der Langzeitversorgung Schwerst-Schädel-Hirn-Verletzter Menschen in der sog. "Phase F" nach wie vor begrenzt ist, muss daher dem Faktor "Praxiserfahrung" auf diesem Spezialgebiet eine herausragende Bedeutung beigemessen werden.

 

Auf Gut Retzen können wir auf eine jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Schwerst- und Spezialpflege zurückgreifen, die sich nicht zuletzt in einer hervorragenden Pflegequalität, sondern auch in einem Höchstmaß an Bewohner- und Angehörigenzufriedenheit niederschlägt.

Lesen Sie im Folgenden nähere Informationen zum Thema Wachkoma:

Wer im Koma liegt, ist nicht ansprechbar und reagiert nicht auf starke Außenreize oder Schmerzreize. Die Betroffenen haben ihre Spontanatmung sowie ihren Schlaf-Wach Rhythmus verloren. Ihre Augen bleiben geschlossen. Mit einem Wachkoma, wobei hier oft der Begriff "apallisches Syndrom"; synonym verwendet wird, ist ein Zustand gemeint, in dem der Kranke erschöpfungs- oder tageszeitlich abhängig die Augen öffnet. Allerdings fixieren sie nicht, sondern blicken ins Leere. Es besteht Spontanatmung, ein Schlaf-Wach Rhythmus ist erkennbar.

Doch auch im Koma und Wachkoma sind Menschen durch ihre lebendigen Körper und Sinne mit der umgebenden Natur und anderen Menschen verbunden. Die Erkrankung zwingt sie aber in dieser Situation zu einem Leben in tiefster Abgeschiedenheit "auf der Schwelle". Es wurde mit modernen bildgebenden Verfahren, welche die Gehirnaktivität messen, nachgewiesen, dass Menschen im so genannten apallischen Syndrom offenbar nicht nur sensorische Stimulationen und menschliche Stimmen wahrnehmen, sondern auch träumen-, oder sogar auf einfache Weise Reaktionen erlernen können. Nahe Angehörige berichten, dass sie die alte Persönlichkeit des Patienten im Wachkoma "durchscheinen" sehen. Die vorhandenen Selbsterfahrungsberichte und Beobachtungen darüber, was Menschen im Koma wahrnehmen und erleben, enhalten unter anderem glaubwürdige Schilderungen mit Nahtoderfahrungen mit ozeanischem Erleben, fließenden Seen, hellen Lichtern und Tunnelphänomenen.

Im Ergebnis kann daher niemals sicher festgestellt werden, ob, wie viel und wie ein Mensch im Koma wahrnimmt, was er erlebt und wie er empfindet, auch wenn er nach unseren Maßstäben derzeit nicht reagiert und sich nicht zu äußern scheint. Weiterhin kann nicht vorausgesagt werden, wie lange dieser Zustand individuell anhalten wird, ob er bis ans Lebensende-, mehrere Jahre oder nur Monate bestehen bleibt.

Vor diesem Hintergrund und vor dem Hintergrund unserer langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet ist es unsere Überzeugung, das Menschen im Wachkoma nicht abgeschrieben werden dürfen! Sie sind weder "sterbenskrank" noch "hirntot" - sondern sie sind "schwerstkrank" und brauchen qualifizierte Hilfe zum Leben!


 
Gut Retzen
Retzen 5-7
27305 Süstedt

Telefon: (0 42 40) 93 00-0

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